Kapitel
Das Wichtigste in Kürze
- Im Beispiel der Folge stehen 850 € Kaltmiete gegen 2.400 € Bettenumsatz im Monat, mit derselben Wohnung.
- Statt eines Mietvertrags gilt ein Beherbergungsvertrag, und Vertragspartner ist meist eine Firma.
- Der Aufwand ist deutlich höher: Gäste bleiben im Schnitt 18,3 Tage, renoviert wird alle zwei bis drei Jahre statt alle fünf bis sieben.
- Leerstand ist der größte Kostenblock, weil Miete, Nebenkosten, Internet und Versicherung weiterlaufen.
- Monteurvermietung ist kein passives Einkommen und braucht Prozesse, Personal und Technik.
- Eine Firma mit 20 Monteuren ist für Markus mehr wert als 100 Portalanfragen, weil sie planbar und stabil bucht.
Für Vermieter, die überlegen, an Monteure zu vermieten, und für Disponenten, die wissen wollen, wie ihre Vermieter rechnen.
Was spricht für die Vermietung an Monteure?
Markus nennt in der Folge vier Vorteile gegenüber der normalen Vermietung. Der wichtigste sind die Einnahmen pro Quadratmeter. Im Beispiel bringt dieselbe Wohnung als normale Vermietung 850 € Kaltmiete und an Monteure vermietet 2.400 € Bettenumsatz im Monat. Das ist knapp das Dreifache.
- Höhere Einnahmen pro Quadratmeter: Eine 70-Quadratmeter-Wohnung mit drei Zimmern bringt in vielen Regionen 700 bis 900 € kalt. Möbliert mit vier bis sechs Betten an einen Bautrupp vermietet sind es 1.800 bis 2.800 € im Monat, je nach Standort und Auslastung.
- Keine langfristige Bindung: Ein Beherbergungsvertrag ist kein Mietvertrag. Wenn der Vertrag endet, endet er. Brauchst du die Wohnung, bekommst du sie zurück.
- Firmen als Vertragspartner: Firmen zahlen per Überweisung, haben eine Adresse, ein Gewerbe und einen Ruf zu verlieren. Das Zahlungsverhalten ist nach Markus' Erfahrung spürbar besser als bei Privatmietern, wenn man einige Grundregeln beachtet.
- Du bestimmst den Standard: robuste Möbel, Vinylboden, abwaschbare Wände. Den Zustand der Unterkunft hast du ständig im Blick.
| Normale Vermietung | Vermietung an Monteure | |
|---|---|---|
| Einnahmen im Beispiel | 850 € Kaltmiete | 2.400 € Bettenumsatz |
| 70 m², 3 Zimmer | 700 bis 900 € kalt | 1.800 bis 2.800 € mit 4 bis 6 Betten |
| Vertrag | Mietvertrag | Beherbergungsvertrag |
| Vertragspartner | Privatperson | meist eine Firma |
| Wechsel der Bewohner | etwa einmal im Jahr oder seltener | Aufenthalt im Schnitt 18,3 Tage |
| Renovierung | alle 5 bis 7 Jahre | alle 2 bis 3 Jahre |
| Quelle | Beispiel- und Erfahrungswerte von Markus Wanning | Beispiel- und Erfahrungswerte von Markus Wanning |
Was nach Miete, Nebenkosten und Leerstand übrig bleibt, rechnet Folge 03: Die ehrliche Renditerechnung an einer Vier-Bett-Wohnung durch. Was in den Vertrag gehört, erklärt Folge 05: Der Beherbergungsvertrag.
Welche Nachteile hat die Vermietung an Monteure?
Die andere Seite ist genauso real. Markus nennt vier Nachteile.
- Mehr Aufwand: Jeder Wechsel bedeutet Reinigung, Bettwechsel, Check-in, Check-out, Kontrolle der Unterkunft und Kommunikation. Das fällt teilweise wöchentlich oder alle zwei Wochen an. Nach Markus' Daten bleibt ein Gast im Schnitt 18,3 Tage.
- Leerstand: Ein Langzeitmieter zahlt auch im August, wenn er im Urlaub ist. Ein Monteurzimmer, das wochenweise verlängert wird, steht in der Urlaubszeit eventuell leer. Miete, Nebenkosten, Internet und Versicherung laufen weiter. Für Markus ist Leerstand der größte Kostenblock.
- Verschleiß: Monteure kochen, duschen und schlafen in der Wohnung. Rechne mit einer Renovierung alle zwei bis drei Jahre. Bei Langzeitmiete sind es eher fünf bis sieben.
- Recht: Je nach Stadt und Bundesland gibt es Zweckentfremdungssatzungen. Prüfe vorher, ob dein Standort diese Nutzung erlaubt.
Vermietung an Monteure ist kein passives Einkommen. Ein paar Betten reinstellen und zurücklehnen funktioniert nicht. Du betreibst einen Betrieb und brauchst Prozesse, Personal und Technik.
Welche Genehmigungen und Pflichten vor dem Start dazukommen, klärt Folge 04: Gewerbe oder privat?.
Was ist der Unterschied zwischen Touristen- und Monteurvermietung?
Bei der Vermietung an Touristen bucht eine Person für sich selbst, etwa über Airbnb. Das ist B2C: kleinteilig, viele Anfragen, kurze Aufenthalte von höchstens 5 bis 15 Tagen und damit mehr Verwaltung pro Buchung.
Bei der Monteurvermietung bucht meist eine Firma. Eine Solarteur-Kolonne braucht zum Beispiel 12 Betten ab Montag. Die Anfrage kommt per E-Mail, du schickst ein Angebot, die Firma bestätigt. Der Vertrag läuft einen Monat und verlängert sich automatisch zum Monatsende. Du hast einen Ansprechpartner für alles. Das ist B2B.
Markus hat sein Geschäft auf dieses Modell umgebaut. Eine Firma mit 20 Monteuren ist für ihn mehr wert als 100 Portalanfragen. Dafür musst du liefern:
- professionelle Rechnungen
- verlässliche Verfügbarkeit
- Ersatzlösungen, wenn mal etwas ausfällt
- einen Ansprechpartner, der auch samstags ans Telefon geht
Häufige Fragen
Lohnt sich ein Monteurzimmer mehr als eine normale Vermietung?
Die Einnahmen können deutlich höher liegen. Im Beispiel aus Folge 02 des Monteur-Podcasts bringt dieselbe Wohnung 850 € Kaltmiete oder 2.400 € Bettenumsatz im Monat. Dafür sind Aufwand, Leerstandsrisiko und Verschleiß höher.
Welche Nachteile hat die Vermietung an Monteure?
Häufige Wechsel bringen Reinigung, Check-in, Check-out und Kommunikation mit sich. Steht die Wohnung leer, laufen Miete und Nebenkosten weiter. Dazu kommt mehr Verschleiß, und je nach Stadt können Zweckentfremdungssatzungen die Nutzung einschränken.
Wie lange bleiben Monteure im Schnitt in einer Unterkunft?
Nach den Daten von Markus Wanning bleibt ein Gast im Schnitt 18,3 Tage. Die Wohnung muss deshalb teilweise jede Woche oder alle zwei Wochen für neue Gäste vorbereitet werden.
Wie oft muss eine Monteurwohnung renoviert werden?
Markus Wanning rechnet mit einer Renovierung alle zwei bis drei Jahre. Bei einer normalen Langzeitvermietung sind es eher fünf bis sieben Jahre. Grund ist die stärkere Nutzung, weil Monteure in der Wohnung kochen, duschen und schlafen.
Ist Vermietung an Monteure passives Einkommen?
Nein. Vermietung an Monteure ist ein Betrieb mit Prozessen, Personal und Technik. Firmenkunden erwarten professionelle Rechnungen, verlässliche Verfügbarkeit und einen erreichbaren Ansprechpartner.
Wo kann ich den Monteur-Podcast hören?
Auf monteur-podcast.de sowie bei Spotify, Apple Podcasts, YouTube, Amazon Music und Deezer.
Begriffe aus der Folge
- Bettenumsatz
- Umsatz aus allen belegten Betten einer Unterkunft in einem Zeitraum, meist pro Monat. Davon gehen noch Miete, Nebenkosten und weitere Kosten ab.
- Beherbergungsvertrag
- Vertrag über die Unterbringung von Gästen auf Zeit. Er ist kein Mietvertrag und bringt keine langfristige Bindung mit sich. Mehr dazu in Folge 05.
- B2B und B2C
- B2B ist ein Geschäft zwischen Unternehmen, B2C ein Geschäft mit Privatpersonen. Bei Monteurzimmern bucht und zahlt meist die Firma der Monteure.
- Zweckentfremdungssatzung
- Regel einer Stadt, die einschränken kann, wofür Wohnraum genutzt werden darf. Vor dem Start an Monteure prüfen.
Quellen und Links
- Mieten, Bettenumsatz und Renovierungsintervalle im Beispiel · eigene Schätzung von Markus Wanning
- Durchschnittliche Aufenthaltsdauer von 18,3 Tagen · eigene Daten von Markus Wanning, Stand der Folge
- Folge 02 auf YouTube
Transkript
Aus dem Skript der Folge. Es gilt das gesprochene Wort.
Ganzes Transkript lesen 754 Wörter
850 € oder 2.400 €?
850 Euro Kaltmiete pro Monat. Oder 2.400 Euro Bettenumsatz pro Monat, mit derselben Wohnung. Klingt nach einer klaren Sache, oder? Ist es nicht. Denn zwischen diesen beiden Zahlen liegt ein komplett anderes Geschäftsmodell mit komplett anderen Risiken. In der heutigen Folge schauen wir uns beide im Detail an!
Herzlich willkommen beim Monteur-Podcast, Vermietung an Fachkräfte und Monteure. Ich bin euer Host, Markus Wanning.
Was für die Monteurvermietung spricht
Fangen wir mit dem an, was für die Monteurvermietung spricht.
Erstens: Höhere Einnahmen pro Quadratmeter. Eine 70-Quadratmeter-Wohnung mit 3 Zimmern bringt als Langzeitvermietung in vielen Regionen 700 bis 900 Euro kalt. Dieselbe Wohnung, möbliert, mit 4 bis 6 Betten, an einen Bautrupp vermietet, bringt zwischen 1.800 und 2.800 Euro im Monat. Natürlich je nach Standort und Auslastung. Wir sprechen hier aber über Faktor 2 bis 3.
Zweitens: Keine langfristige Bindung. Ein Beherbergungsvertrag ist kein Mietvertrag. Du hast keinen Kündigungsschutz-Stress, keinen Eigenbedarf-Prozess, keine Mietnomaden im gesetzlichen Sinn. Wenn der Vertrag endet, endet er. Wenn du die Wohnung brauchst, bekommst du sie zurück. Wenn du die AGBs klug gestaltest, hast du sogar jederzeit Zugang!
Drittens: B2B statt B2C. Dein Vertragspartner ist in den meisten Fällen eine Firma, kein Privatmensch. Firmen zahlen per Überweisung, Firmen haben eine Adresse und ein Gewerbe, Firmen haben einen Ruf zu verlieren. Das Zahlungsverhalten ist, wenn man einige Grundregeln beachtet, in meiner Erfahrung spürbar besser als bei Privatmietern.
Viertens: Du bestimmst den Standard und kannst den Zustand dauerhaft im Blick halten. Du richtest die Wohnung so ein, wie du sie haben willst. Robuste Möbel, Vinylboden, abwaschbare Wände. Keine pinken Wände, keine gammeligen Küchen, keine überstrichenen Schalter und Steckdosen bei Auszug. Und du kannst den Zustand der Unterkünfte ständig kontrollieren.
Was dagegen spricht
Kommen wir jetzt zu den Nachteilen, der anderen Seite. Und die ist genauso real.
Erstens: Deutlich höherer Aufwand. Jeder Mieterwechsel bedeutet Reinigung, Bettwechsel, Check-in, Check-out, Kontrolle der Unterkunft und Kommunikation. Bei Langzeitvermietung hast du das einmal im Jahr, wenn überhaupt. Bei Monteurvermietung teilweise wöchentlich oder zweiwöchentlich. Nach unseren Daten bleibt ein Gast aktuell 18,3 Tage im Durchschnitt.
Zweitens: Leerstandrisiko. Ein Langzeitmieter zahlt auch im August, wenn er im Urlaub ist. Ein Monteurzimmer, das wochenweise verlängert wird, steht in der Urlaubszeit eventuell leer. Die Fixkosten, also Miete, Nebenkosten, Internet, Versicherung, laufen weiter. Ich sage immer: Leerstand ist dein größter Kostenblock. Nicht die Reinigung, nicht die Möbel.
Nachteil drei: Verschleiß. Monteure leben in deiner Wohnung. Sie kochen, sie duschen, sie schlafen dort. Die Wohnung wird anders beansprucht als bei einem Büro-Angestellten, der abends zwei Stunden da ist. Rechne mit Renovierung alle 2 bis 3 Jahre. Bei Langzeitmiete sind es eher 5 bis 7.
Viertens: Rechtliche Aspekte. Je nach Stadt und Bundesland gibt es Zweckentfremdungssatzungen. Du musst vorher prüfen, ob dein Standort das überhaupt erlaubt. Dazu mehr in den kommenden Folgen.
Kein passives Einkommen
Vermietung an Monteure ist kein passives Einkommen. Wer dir erzählt, du packst ein paar Betten rein, möblierst den Wohnraum und lehnst dich zurück, der hat entweder noch nie operativ an Monteure vermietet oder er will dir irgendwas verkaufen. Vermietung an Monteure ist ein Betrieb. Du brauchst Prozesse, Personal, Technik. Und wie das alles geht, das klären wir hier in diesem Podcast.
Tourist oder Firma: B2C gegen B2B
Ein Punkt, der oft untergeht: Monteurvermietung ist ein B2B-Geschäft.
Modell A: Der Tourist bucht über Airbnb für sich selbst. Er findet dich auf einem Portal, ruft an, bucht für sich allein oder mit einem Kollegen. Das ist B2C. Kleinteilig, viele Anfragen, niedrigere Buchungsvolumina, da nur wenige Tage gebucht werden, maximal 5 bis 15 Tage, und damit ein höherer Verwaltungsaufwand.
Modell B: Die Monteurvermietung. Meist bucht eine Firma. Zum Beispiel: Eine Solarteur-Kolonne braucht 12 Betten ab Montag. Er schickt eine E-Mail, du schickst ein Angebot, er bestätigt. Der Vertrag läuft einen Monat, verlängert sich automatisch zum Monatsende, und du hast einen Ansprechpartner für alles. Das ist B2B.
Ich sage dir ganz offen: Wir haben unser ganzes Geschäft auf Modell B umgebaut. Warum? Weil eine Firma mit 20 Monteuren mehr wert ist als 100 Portalanfragen. Planbar, stabil, effizient. Aber dafür musst du auch liefern: professionelle Rechnungen, verlässliche Verfügbarkeit, Ersatzlösungen, wenn mal was ausfällt, und einen Ansprechpartner, der samstags ans Telefon geht.
Zusammenfassung und Ausblick
Zusammengefasst: Monteurvermietung bringt höhere Einnahmen, kürzere Bindung und B2B-Kunden. Aber sie bringt auch mehr Aufwand, Leerstandrisiko und rechtliche Fallstricke. Es ist kein passives Einkommen, sondern ein operatives Geschäft. In diesem Podcast erkläre ich dir, wie das Geschäft genau funktioniert.
In der nächsten Folge geht es um eine ehrliche Renditerechnung. Dieselbe Wohnung, einmal als Normalvermietung, einmal als Monteurvermietung.
Vielen Dank fürs Zuhören und Einschalten. Wenn dir die Folge gefallen hat, abonniere den Kanal beziehungsweise Podcast. Ich freue mich, wenn wir uns bald wiederhören!
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